Aufenthalte in Niedersachsen

  Aufenthalte in Niedersachsen im Rahmen der Schüleraustausche.

Besichtigungen in Niedersachsen, insbesondere im Emsland.

(Bernard aus Levier. Vorträge: 17.Februar und 3.März 2011)

  Ich möchte euch empfehlen Niedersachsen, und insbesondere das Emsland zu besichtigen, da ich mehrmals die Gelegenheit hatte, an Schüleraustauschen teilzunehmen. Viele Schulen in der Franche-Comté (Hochburgund) haben eine Partnerschule in Niedersachsen.

 I) Zuerst ein paar Informationen über Niedersachsen.

 1) Die Lage

Niedersachsen liegt in Norddeutschland. Mit einer Fläche von 47.600 km2 ist es nach Bayern das zweitgrößte deutsche Bundesland. Das Bundesland bietet eine reizvolle Landschaft zwischen Ems und Elbe, den Berggipfeln des Harzes und dem Hochseeklima der Nordsee. Niedersachsen reicht von den Ostfriesischen Inseln bis zum Harz, von der Lüneburger Heide bis ins Emsland.

 2) Die Grenzen und Nachbarländer :

a) Die Grenzen:

Im Norden bildet die Nordsee eine natürliche Grenze.

Im Westen hat Niedersachsen eine Grenze zu den Niederlanden.

b) Die benachbarten Bundesländer. Kein anderes deutsches Bundesland grenzt an so viele Nachbarländer.

Die 9 benachbarten Bundesländer sind Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Kein anderes deutsches Land hat so viele Nachbarländer.

Das Bundesland Bremen mit der Stadt Bremen ist als Enklave vom Bundesland Niedersachsen umgeben.
An der Küste Niedersachsens liegen die wundervollen ostfriesischen Inseln. Jede einzelne ist ein Juwel in der Nordsee.

 3) Die Flüsse, die von Süden nach Norden verlaufen sind die Ems, die Weser, die Aller und die Elbe.

 4) Die wichtigsten Städte sind: Hannover (500.000 Einwohner), Hauptstadt von Niedersachsen, Braunschweig (250.000 Einwohner), Osnabrück (160.000 Einwohner), Oldenburg (160.000 Einwohner), Göttingen (260.000 Einwohner), Wolfsburg (120.000 Einwohner).

Die Sagen und Geschichten um den deutschen Märchenfluss (die Weser) haben die Brüder Grimm in Göttingen aufgeschrieben.

Osnabrück ist die Stadt des Westfälischen Friedens.

In Wolfsburg ist Volkswagen der größte Arbeitgeber, der rund 50.000 Menschen beschäftigt. Die Wolfsburg A.G., deren Ziel es ist, die Industrielandschaft in Wolfsburg zu diversifizieren, wurde im Jahre 1999 gegründet.

Andere Städte sind auch zu erwähnen: Salzgitter (110.000 Einwohner), Celle (72.000 Einwohner): eine ehemalige Herzogstadt, Hameln (60.000 Einwohner): die Rattenfängerstadt, Goslar (45.000 Einwohner): eine der schönsten Fachwerkstädte Deutschlands und eine der wenigen deutschen Städte, die im Zweiten Weltkrieg intakt blieben. Goslars Altstadt steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Eine andere kleinere Stadt, wo ich jedes Mal untergebracht war, möchte ich auch erwähnen: Haselünne (mit etwa 13.000 Einwohnern), ist die älteste Stadt im Emsland, die zur Blütezeit der Hanse (ab 1351) auch Mitglied dieses Städtebundes war. Ein Erholungsgebiet mit einem Naturschutzgebiet und einem 20ha großen See zieht viele Leute an.

 5) Einige berühmte Menschen aus Niedersachsen, die euch vielleicht bekannt sind :

Werner Siemens aus Lenthe (bei Hannover): der Begründer der Elektrotechnik. Robert Koch aus Clausthal, der die großen Seuchen der Welt besiegte. Erfolgreich gegen den Strom: schrieb Erich Maria Remarque aus Osnabrück einen Antikriegsroman « Im Westen nichts Neues », der das weltweit meistverkaufte Buch der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde. Bei der EXPO 2000 konnten die « Scorpions », Megastars des internationalen Rockbusiness aus Hannover ihre Expo-Hymne praktisch vor der Haustür einspielen. Till Eulenspiegel, der der bekannteste Narr der Welt ist, wurde in Kneitlingen an der Elm geboren. Der Baron von Münchhausen erzählte seine Abenteuer in Bodenwerder an der Weser, Wilhelm Busch aus Wiedensahl erfand mit « Max und Moritz » den Comicstrip. Er fand seinen Erben in Uli Stein aus Hannover, dessen Mäuse-Comics heute die ganze Welt kennt.

   II ) Bevor ich vom Emsland spreche, spreche ich ganz schnell

von Ostfriesland, weil ich dorthin mit den Schülern gefahren bin.

Ostfriesland liegt an der Küste der Nordsee und umfasst neben dem Festland auch die Ostfriesischen Inseln

 (Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog). Ostfriesland ist dünn besiedelt. Die Region war über Jahrhunderte von der Landwirtschaft, der Fischerei und – besonders in den wenigen Städten – vom Handel geprägt. 50 Prozent der Einwohner sprechen noch ostfriesisches Platt. Vor mehr als tausend Jahren begannen die Bewohner, sich durch Deiche zu schützen. Dennoch kam es bei großen Flutkatastrophen immer wieder zu Landverlusten.

Eine Wattführung

In Ostfriesland trinkt man viel Tee (Es hat den höchsten Teeverbrauch der Bundesrepublik).

Wir haben in Aurich (40.000Einwohner) angehalten, bevor wir zur Nordsee fuhren. Aurich ist zu einem Mittelzentrum für die ganze ostfriesische Region geworden. Dann haben wir eine Wattführung gemacht. Für die Personen, die sich allein im Watt aufhalten, wird es sehr gefährlich, wenn plötzlich Seenebel oder ein Gewitter aufzieht. Auch der Sturm kann eine Gefahr sein. Manchmal läuft das Wasser nicht sehr weit ab wie vorhergesehen, oder das Wasser kommt beim Einsetzen der Flut schneller und höher zurück. All diese Gefahren kennt der Wattführer. Neben der Sicherheit bietet der Wattführer den Wattwanderern viele interessante und witzige Informationen rund um das Watt.

Für eine Wattwanderung brauchen die Wanderer eine gute Ausrüstung: kurze Hose, Stoffturnschuhe (mit Socken), die auch im weichen Watt fest am Fuß sitzen und vor scharfen Muschelkanten schützen, Stiefel sind nur im festen Sandwatt geeignet. Es besteht die Gefahr, dass sie im Schlick stecken bleiben. .

Wattwanderungen nach Wangerooge und Juist sind verboten. Zu Borkum besteht keine Wattwanderverbindung. Zu anderen Inseln – insbesondere Baltrum – werden regelmäßig geführte Wattwanderungen mit erfahrenen Wattführern angeboten.

 III) Ein paar Informationen über das Emsland

Südlich zieht sich das Emsland an der holländischen Grenze entlang

 Es war noch vor 100 Jahren in weiten Teilen unzugänglich war: Das riesige Bourtanger Moor wurde erst Mitte des 20 Jahrhunderts trockengelegt.

Das schöne Emsland

1) Das Landschaftsbild des 19. Jahrhunderts war von armen Böden und weiten Moor- und Heideflächen geprägt. Deshalb war das Emsland nur dünn besiedelt. Das Emsland galt als das Armenhaus Deutschlands. Der Bau der Eisenbahnstrecke vom Ruhrgebiet zum Nordseehafen Emden, die Kleinbahnen der Meppen-Haselünner Eisenbahn änderten wenig daran. Neue Wasserwege verbesserten die Situation kaum.

Am 5.Mai 1950 stimmte der Deutsche Bundestag einstimmig dem Antrag zur „Erschließung der Ödländereien des Emslandes“, dem so genannten „Emslandplan“, zu. Dieser Plan sollte dem Emsland endlich den Anschluss an die Entwicklung im übrigen Deutschland verschaffen. Am 7. März 1951 wurde eine G.M.B.H. vom Bund, vom Bundesland Niedersachsen und 8 Landkreisen gegründet. So wurde das Emsland in einem dynamischen Prozess umgestaltet und modernisiert. Die Probleme der Wasserwirtschaft wurden angegangen, die Stromversorgung und das Verkehrsnetz verbessert.

Die Ems, die an der Grenze zu den Niederlanden in die Nordsee mündet, ist bekannt für ihre schöne Flusslandschaft.

Das Emsland ist so flach, dass man am Mittwoch schon sehen kann, wer am Sonntag zu Besuch kommt. Das flache Land eignet sich gut für Fahrradtouren, Reiten und Baden an Seen und Küste.

 Ein Moormuseum in der Gemeinde Gerste ist dadurch einzigartig, dass es neben der Ausstellungshalle noch eine circa 20ha große Hochmoorfläche und einen Maschinenpark im Freigelände bietet.

2) Das Schloss Clemenswerth. Der Stern im Emsland

 

Schloss Clemenswerth

 

Dieses Schloss ist ein Jagdschloss, das in den Jahren 1737 bis 1747 nach Plänen des berühmten Barockarchitekten Johann Conrad Schlaun errichtet wurde. Die Errichtung des Jagdschlosses Clemenswerth für den Kölner Kurfürsten und Bischof von Münster, Osnabrück, Hildesheim und Paderborn sowie Großmeister Deutschen Ordens Clemens August von Wittelsbach ist bemerkenswert. Dieser Jagdstern ist ein Kleinod barocker Baukunst im Emsland.

 Das Schloss ist eines der sehenswertesten Kulturdenkmäler Norddeutschlands. Das 18.jahrhundert hat vor allem Spuren barocker Prachtentfaltung im Emsland hinterlassen. Acht Lindenalleen führen zum Mittelpunkt :dem Jagdschloss. Der Prunkbau ist umringt von acht Pavillons. Darunter die Schlosskapelle mit Kapuzinerkloster, das noch heute aktiv ist.

 In den Pavillons gibt es verschiedene Ausstellungen: barocke Jagd, Clemens August und Deutscher Orden, Porzellan, Straßburger Fayencen und moderne zeitgenössische Keramik.

 Die Waldparkanlage (42ha) mit ausgedehnter Teichanlage lädt die Besucher zum Spaziergang und zum Ausruhen ein. Im romantischen Klostergarten erholte sich der Kurfürst Clemens August von der Jagd und dem Regieren

 3) Die „Großsteingräber“ aus der Zeit von 3800 bis 2200 v. Chr. sind eindrucksvolle Zeugnisse der religiösen Jenseitsvorstellungen. Der Name „Emsland“ taucht in der schriftlichen Überlieferung des Mittelalters auf.

 4) Der Transrapid.

Im westlichen Teil des Landkreises Emsland befindet sich ein Testgelände für die Magnetschwebebahn Transrapid.

Seit 1980 wird die Magnetschwebebahn „Transrapid“ erprobt. Ende Oktober 1983 schwebte der Transrapid erstmals offiziell auf der Anlage.

Der Transrapid

 Die Teststrecke (31,8 Kilometer) ist die längste Teststrecke für Magnetschwebefahrzeuge auf der Erde. Die gerade Strecke ist zwölf Kilometer lang und ist für Hochgeschwindigkeitsfahrten geeignet. Die Südschleife ist rund 1000 Meter lang, und die Nordschleife 1690 Meter.

Die Teststrecke besteht aus einer geraden Strecke, die dank zweier Endschleifen im Ringverkehr befahren werden kann. Sie führt durch überwiegend ebenes Gelände, lediglich ihre Südschleife verläuft in den Hengstbergen (bis 42 Meter hoch) durch hügeliges und waldreiches Gelände.

 Am 17. Oktober 1984 stellte das Fahrzeug mit 302km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Anfang Dezember 1987 schwebte erstmals ein Transrapid über die Südschleife der Versuchsanlage. Am zweiten Betriebstag stellte die Magnetbahn dabei mit 406km/h einen neuen Weltrekord für personenbesetzte Magnetschwebefahrzeuge auf. Wenig später erreichte die Bahn eine Geschwindigkeit von 412,6 km/h und von 450km/h den 10. Juni 1993 (Rekordfahrt).

Viele Besucher fuhren mit dem Zug: 4 Tage die Woche.

Am 22.September 2006 ist ein tragischer Unfall geschehen. Es kam zu einem Zusammenstoss zwischen der Magnetschwebebahn und einem anderen Fahrzeug. Die Ursache war wahrscheinlich ein menschliches Versagen. Der Zug ohne Zugführer fuhr mit einer Geschwindigkeit von 200 Kilometern. 23 Personen sind ums Leben gekommen.

Es kann sein, dass ein Rückbau oder ein Weiterbetrieb jetzt durch den Landkreis und die Industrie finanziert wird oder dass ein Umbau in ein Forschungszentrum für Elektromobilität als Alternativen für die weitere Nutzung diskutiert wird. Die Transrapid-Strecke in Shanghai war die erste kommerzielle Anwendung des deutschen Systems.

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Ich möchte nicht schließen, ohne von den Einwohnern des Emslandes zu sprechen. Die Emsländer(innen) sind sehr nett, sehr gastfreundlich und sehr gesellig. Es hat uns und unseren Schülern immer sehr gut gefallen. Bei jedem Aufenthalt waren alle begeistert. Die Leute haben sich immer viel Mühe gegeben. Es war unseren Schülern immer schwer, das Emsland wieder zu verlassen.

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