Eine Frau in West-Berlin mit Familie in Ost Berlin

Eine Frau in West-Berlin mit Familie in Ost Berlin

In den letzten Tagen habe ich verzweifelt in meinem Erinnerungskasten gekramt, es fallen mir jedoch nur banale Dinge zum Thema Maueröffnung ein.

Die Mauer gehörte seit meinem 10. Lebensjahr zum Alltag inBerlin.

Am Tag des Mauerbaues waren mein Bruder und ich bei meinen Großeltern in Oranienburg.
Meine Tante, deren Verlobter in Westberlin lebte, übergab uns am Bahnhof Friedrichstraße unseren Eltern. Sie selbst ging zurück an Ihren Arbeitsplatz und blieb bei meinen Großeltern. Erst 1973 wurde sie auf Grund von Verhandlungen durch den Rechtsanwalt VOGEL »freigekauft ».

Irgendwann hat einer der Nachbarn dies gemeldet. Fredy wurde von VOPOS kontrolliert
und bedrängt eigentlich unwichtige Informationen aus seinem Westberliner Umfeld mitzuteilen.

 

Kontakt zwischen Ost und West

Kontakt zwischen Ost und West

Mein Onkel traf sich danach regelmäßig heimlich mit meiner Tante in einer kleinen Laube in Schmöckwitz. Mit kleinen Mitbringseln (Kaffee, Strumpfhosen, Cremes, Zigaretten) versuchte er den Lebensalltag etwas freundlicher zu gestalten.

Er hat dies den Alliierten gemeldet, die ihm von weiteren Besuchen abrieten. Meine Mutter übernahm nun als « Hamburger » Bürgerin (Westberliner durften nicht die Grenze über-
schreiten) die Funktion der Mitlerin zwischen den beiden.
Nach dem Tod meines Großvaters nahm meine Tante das Angebot nach Westberlin überzusiedeln an. Gemeinsam mit meiner Großmutter verließ sie Haus und Garten und zog mit wenigen Utensilien nach Berlin.
Viele Jahre später hat Fredy Einsicht in die Stasiackten genommen. Daraus ging hervor, wer ihn damals verraten hatte. Auch meine Mutter ist als seine Freundin dort vermerkt.
Sie selbst wollte sich die Einträge in den Stasiackten nach so vielen Jahren nicht mehr anschauen.

Trabanumzug durch die Grenze

Trabanumzug durch die Grenze

Den Fall der Mauer hätte ich nie für möglich gehalten. Auch die Unruhen in Ungarn und die Demonstrationen in Leipzig waren für mich kein Indiz dafür. Am 9. November hatte Uli Spätschicht, so dass ich nur aufgeregt mit meinen Eltern telefoniert habe. Dennoch bringe ich mit den Mauerfall ein für mich ungewöhnliches Verhalten in Verbindung. Ein Paar Tage später habe ich in diesen Zusammenhang eine Notiz in Katrins Geschichtshefter eingetragen. Katrin und Kristin besuchten zu dieser Zeit die Grundschule am Buschgraben. Diese liegt direkt gegenüber der ehemaligen Mauer.Während Kristin aufgeregt von einem Besuch einer Grundschule in Kleinmachnow berichtete, erzählte Katrin, dass sie, wie schon einige Tage vorher angekündigt, im Geschichtsunterricht eine Klassenarbeit über den Australo-pithekus geschrieben haben. Dazu mußte ich dann doch anmerken, dass es für mich etwas unverständlich ist ,dass
man an Tagen, die Weltgeschichte schreiben, das Geschehene nicht mit den Kindern bespricht sondern den Neandertalern und ihre Vor-und Nachfahren für wichtiger hält. Ansonsten mochte ich den Lehrer recht gern, aber das brachte mich
dann doch etwas auf die Palme.

Es ist wunderbar, dass wir dies erleben durften.

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