Ein Deutscher Mann aus West-Berlin

Ein deutscher Mann aus West-Berlin

mit eine ostdeutshe Frau später verheiratet

====== Wo waren Sie am 9. November 1989?======

 

Meine erste Banane

Meine erste Banane

Am Tag des Mauerfalls war ich 10 Jahre alt und zu Hause bei meinen Eltern. Wir

wohnten im Süden von Westberlin.

====== Wie war Ihre Reaktion und was dachten Sie darüber? ======

Durch die Reaktionen meiner Eltern bekam ich das Gefühl vermittelt, das etwas

Bedeutendes passiert. Die Stimmung schwankte zwischen leiser Hoffnung auf

politische Verbesserung und unsicherer Angst vor einer Eskalation. Ich selbst

teilte die Freude über den Einriss der Berliner Mauer, obwohl wir keine

Verwandten oder Bekannten in der DDR hatten.

Die Mauer und ihre Geschichte war mir aus den Erzählungen meiner Eltern, durch

Exkursionen mit der Schule und durch die Umstände bekannt, unter denen wir zu

Urlaubsfahrten die Transitstrecke durch die DDR nehmen mussten. Besonders das

lange Warten an den Grenzübergängen, die aufwändige Passkontrolle und die

eintönige Transitautobahn bestimmte meinen Eindruck von der DDR. Die sie

umgebende Mauer konnte man von Teilen der Strecke aus sehen, mitsamt den

militärischen Absperranlagen.

Die Stimmung der Unsicherheit war auch am Tag danach in der Schule bei Lehrern

und Schülern zu spüren. Es gab Befürchtungen, dass es doch noch zu militärischen

Auseinandersetzungen kommen könnte.

====== Und zwanzig Jahre später hat sich Ihre Meinug geändert? ======

bruttoloehne

Heute ist mir bekannt, dass der Fall der Mauer als Gipfel einer längeren

Entwicklung in der DDR, der damaligen Sovietunion und der BRD anzusehen ist. Die

DDR war am Ende und hätte kaum länger halten können. Das mag auch die rasante

Entwicklung vom 9.11.1989 hin zur Deutschen Einheit bereits am 03.10.1990

erklären. Gerade wegen der schnellen Wiedervereinigung wünsche ich mir heute

nach zwanzig Jahren immer noch eine gründlichere Aufarbeitung der politischen,

wirtschaftlichen und persönlichen Verstrickungen in das Un-Recht der DDR im

Osten ebenso wie im Westen Deutschlands. Die Tatsache, dass heute hunderte

hauptamtliche Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR unbehelligt im gehobenen

Polizeidienst in Deutschland vom Geld aller Steuerzahler leben, empfinde ich als

unerträglich.

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